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    Mazzoli Gallery, Düsseldorf
    Mario Dellavedova / was bleibet aber...

    22 November 2018 - 12 January 2019

    PRESS RELEASE
    MARIO DELLAVEDOVA: WAS BLEIBET ABER...

    Die Galerie Mazzoli freut sich, den international bekannten Künstler Mario Dellavedova mit „was bleibet aber“ erstmalig als Einzelausstellung in Deutschland zu zeigen. Der 1958 in Legnano geborene Dellavedova arbeitet konzeptuell. Er fokussiert sich darauf, scheinbar unvereinbare Gegenstände und Materialien zu dekonstruieren, um sie dann anderweitig zu kombinieren. Man könnte meinen, er schickt zugunsten der dem einzelnen Werk zugrunde liegenden Aussage möglichst gegensätzliche Entitäten gemeinsam „in den Ring“. Durch diese ungewöhnlichen aber gleichzeitig höchst präzisen Zusammenstellungen öffnen sich neue Kontextfelder. Ergänzt werden die Installationen - welche häufig auch Neon-Licht und Klang beinhalten - durch Bilder, Zeichnungen und Textarbeiten. Bei letzteren werden die Worte oder kurzen Sätze aus dem literarisch-poetischen Bildungskanon entnommen und gehen eine neuartige Symbiose mit der bildenden Kunst ein. Der Betrachter sieht somit einen Begriff oder ein klassisches Zitat mit ganz neuen Augen.
    Mario Dellavedova versteht einen Großteil seiner Werke als Aporien: Untersuchungen, die bei gleichermaßen überzeugenden Argumenten zu völlig widersprüchlichen Schlussfolgerungen kommen können. Die Arbeit „Dumb Galaxy“ verdeutlicht diesen Ansatz: „Dumb“ bedeutet ins Deutsche übersetzt sowohl „dumm“ als auch „stumm“. Dabei handelt es sich um eine Installation mit einem Mikrofon, welches auf den Schriftzug gerichtet ist. Ein paradoxer Versuch, den Klang eines Schriftzuges einzufangen. Oder aber eine Fotografie, welche ein Huhn zeigt, das den aus Maiskörnern ausgelegten Schriftzug „DAS KAPITAL“ sukzessive auffrisst. Viele Konnotationen fallen einem hier spontan ein, vor allem wenn man den Ort der Aufnahme bedenkt: Mexiko, heute die Wahlheimat des Künstlers.
    Eine weitere Besonderheit im Arbeitsprozess Mario Dellavedovas ist die Liebe zum (Kunst-)handwerk. Das Handwerkliche hat sich in der zeitgenössischen Kunst – und zwar gerade bei konzeptuell ausgerichteten Positionen – üblicherweise der Idee unterzuordnen. Bei Dellavedova stellt sich die Bewertung des handwerklichen Prozesses hingegen ganz anders dar: er produziert nicht selbst, aber die Kooperation mit ausgewählten Kunsthandwerkern ist für ihn wichtiger Aspekt seines künstlerischen Schaffens. So wertschätzt er zum Beispiel die handwerkliche Meisterschaft der für ihn produzierenden Silberschmiede aus Mexiko. Bei der für die Ausstellung titelgebenden Arbeit „was bleibet aber“ wurde Laub aus Edelmetall nachgebildet. In der 1803 entstandenen Hymne Hölderlins heißt es vollständig: „Was bleibet aber, stiften die Dichter“ – will sagen: erst die (Dicht)-kunst feiert und verewigt den Helden. Man würde passend zu dieser Aussage wohl eher Lorbeerblätter erwarten – Zeichen von Ruhm und Kaisertum. Doch steht man hier den silbernen und kupfernen Blättern eines dem Künstler seit vielen Jahren gehörenden, verbrannten Aprikosenbaumes gegenüber.
    Der Betrachter sieht sich bei den sorgsam komponierten Shows Mario Dellavedovas mannigfaltigen Medien und Ausdrucksformen gegenüber, die er zunächst einmal keiner klaren künstlerischen Handschrift zuordnen kann. Die Verbindung erschließt sich erst über den breiten literarisch-philosophischen Hintergrund, vor dem die einzelnen Werke entstehen. Auch sind seine Ausstellungen so konzipiert, dass man sie nie von einem zentralen Betrachtungspunkt aus leicht und schnell erfassen kann. Der Künstler installiert seine Shows stets auf mannigfaltige Blickachsen ausgerichtet. Jeder geänderte Standpunkt bietet dem Besucher eine neue Ansicht (und dies ist durchaus im doppelten Wortsinne zu verstehen)! Dellavedovas Werke wurden international - unter anderem – ausgestellt: in Bologna bei Anni Novanta, Galleria d’Arte Moderna; in Rom in der Galleria Nazionale d’Arte Contemporanea; in Venedig bei Aperto, Biennale di Venezia; in Köln im Rahmen der Art and Media Show; in Seoul im Museum of Contemporary Art; In Mexiko im Museo de las Artes Guadalajara, Mexico; in New York im P.S.1 sowie bei der 1st Biennale of Valencia.

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    Mario Dellavedova
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